tauwetter print logo

Anlaufstelle, für Männer*, die in Kindheit oder Jugend sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren

© 2015 Tauwetter e.V.

Tauwetter-Nachrichten – Neue Beiträge

Wir informieren in unregelmäßigen Abständen über neue Beiträge auf der Seite Aktuelles auch per Email. Diese Tauwetter-Nachrichten können Sie abonnieren

Freitag, 24. Juli 2020

Klarstellung & Korrektur zum Offenen Brief zur "Opferschutzbefragung“ der TU-Chemnitz: Kein Teil der Evaluation von "kein Täter werden"

Als Reaktion auf unseren offenen Brief haben sich die Forscher*innen der TU-Chemnitz gemeldet. Offensichtlich hat unser Brief für eine ziemliche Unruhe in der Universität gesorgt.

Es ist den Forscher*innen wichtig einige Missverständnisse auszuräumen. Sie haben uns mitgeteilt, dass der Opferschutzfragebogen kein Teil der Evaluation des GKV-Modellvorhabens („kein Täter werden“ + BIOS) ist. Es ist vielmehr die Masterarbeit von zwei Student*innen, die -wenn sie gut läuft- quasi als Vorarbeit für die Evaluation nutzbar sein kann. Die Evaluation würde natürlich ein anderes methodisches Niveau haben.

Mit dem Fragebogen ging es darum, die Perspektive der Betroffenen sexualisierter Gewalt einzubeziehen. Direkte Gespräche mit Betroffenen halten sie aber im Rahmen der Evaluation für nicht durchführbar, deshalb sollten „Opferschutz“-einrichtungen befragt werden. Leider würde das in den Teilnahmeinformationen nicht richtig deutlich. Sie bitten die Opferschutzbefragung dennoch auszufüllen und freuen sich auch über kritische Anmerkungen.

Keine Einigung konnten wir auf die Schnelle über das erzielen, was wir in unserem Brief „Verwechslung“ von Ziel und Tätigkeit oder „Kategorienfehler“ genannt haben. Da gibt es weiteren Diskussionsbedarf und dazu haben wir uns verabredet.

Wir freuen uns über die Reaktion der Forscher*innen. Unser Interesse ist natürlich eine gute Evaluation von „kein Täter werden“, das war ja ein Grund für unseren Brief. Deshalb haben uns die Erklärungen der Chemnitzer*innen gefreut und wir sind gespannt auf die weitere Diskussion.

Donnerstag, 23. Juli 2020

Evaluation von "kein Täter werden": Eine fragwürdige "Opferschutzbefragung"

"Kein Täter werden" wird ja bekanntlich aufgrund eines politischen Beschlusses als Modellvorhaben vom Gesamtverband der gesetzlichen Krankenkassen GKV gefördert, d.h. aus den Krankenkassenbeiträgen von uns allen. Zu einem Modellvorhaben gehört eine wissenschaftliche Begleitforschung und Evaluation. Ziel dieser Evaluation ist es laut GKV u.a. "Effekte und Nutzen" herauszufinden, sowie für die zukünftige Finanzierung Modelle zu entwickeln. Mit der Aufgabe betraut wurde die Technische Universität Chemnitz.

Im Rahmen dieser Evaluation geht es auch um die Öffentlichkeitsarbeit und Kooperationen von "kein Täter werden". Um dazu Angaben zu bekommen, soll eine sogenannte "Opferschutzbefragung" stattfinden.  Auch die Mitarbeiter*innen von Tauwetter wurden eingeladen einen Online-Fragebogen auszufüllen.

Als wir den durchgearbeitet haben, waren wir etwas überrascht: Dass es um "kein Täter werden" geht, ist gar nicht erwähnt. Stattdessen ist die ganze Zeit von "Tatprävention" die Rede. Zudem sind einige Fragen dermaßen unklar formuliert und beinhalten Unterstellungen, dass die Sinnhaftigkeit möglicher Ergebnisse bezweifelt werden muss.

Die Verwechslung der Pressestelle von "kein Täter werden" des Ziels "Tatprävention", also Verhinderung sexualisierter Gewalt, mit der Arbeit, die getan wird, um das Ziel zu erreichen, wurde von den Forscher*innen übernommen. So wird eine Untersuchung zur Farce, denn das Ergebnis wird in den Fragen vorweg genommen. (Falls der Fragebogen jemand interessiert, können wir auf Wunsch eine Kopie zuschicken.)

Wir haben uns entschlossen, dabei nicht mitzumachen und in einem offenen Brief "Ist dieser Weg das Ziel?" an die Forscher*innen unsere Gründe dargelegt. Wir hoffen es wird in den anderen Untersuchungen der Evaluation sauberer gearbeitet.

Achtung zu unserem Offenen Brieg gibt es eine wichtige Klarstellung der TU Chemnitz: Die "Opferschutzbefragung" ist kein Teil der Evaluation des Modellvorhabens. Siehe Meldung vom 24.7.2020

Donnerstag, 23. Juli 2020

Neuerscheinung "Partizipative Forschung und Gender"

Das Buch "Partizipative Forschung und Gender - Emanzipatorische Forschungsansätze weiterdenken" herausgegeben von Ariane Brenssell und Andrea Lutz-Kluge im Verlag Babara Budrich ist gerade erschienen.

"Nicht über Menschen forschen, sondern mit ihnen - das ist die Grundidee partizipativer Forschung. Der vermeintlich 'neutrale' Forschungsstandpunkt wird aufgegeben zugunsten eines gemeinsamen und parteilichen Forschens mit dem Ziel der emanzipatorischen Veränderungen von Geschlechter- und Lebensverhältnissen.
Der Band bietet eine Einführung in die feministisch-partizipative (Aktions)-Forschung und versammelt ausgewählte Forschungsprojekte aus dem deutschsprachigen und angelsächsischen Raum. Der thematische Fokus liegt dabei auf der Auseinandersetzung mit Geschlechterverhältnisse im Kontext von Sexarbeit, Strafvollzug, Gewalt und Traumaarbeit, Trans*Community und Gesundheitsförderung. Dabei werden methodische sowie anwendungsbezogene Ansätze wie communitybasierte Forschung, betroffenenkontrollierte Forschung, Participative Action Research, Ästhetische Forschung und Mixed-Methods-Forschung vorgestellt und im Hinblick auf ihre spezifisch partizipative Qualität reflektiert." (Aus dem Klappentext)

Mit Beiträgen von Ariane Brenssell und Andrea Lutz-Kluge, Nivedita Prasad, Lilli Böwe & Monika Nürnberger, Erik Meyer & Arn Sauer Gabriele Dennert, Michelle Fine & Maria Elena Torre, Sandra Köstler, sowie Thomas Schlingmann.

"'Über Partizipation hinaus' verweist Thomas Schlingmann in dem abschließenden Beitrag dieses Bandes. Schlingmann kritisiert 'Partizipation'als lediglich situative anstatt strukturelle Aufhebung von Machtverhältnissen ... Schlingmann orientiert sich dabei an 'Survivor-Controlled-Research'-Ansätzen in Großbrittanien und zeigt damit Perspektiven einer konsequenten Weiterentwicklung partizipativer Aktionsforschung (PAR) auf." (Aus der Einleitung)

Wirklich empfehlenswert, im Buchhandel erhältlich, 24,90€

Dienstag, 30. Juni 2020

Aktualisierung zum Umgang mit Corona

Das immer noch vorthandene Risiko einer Coronainfektion zwingt uns, unser Angebot anzupassen:

  • Telefonische Beratung und Terminvereinbarungen für Face-to-Face Gespräche: 030 / 693 80 07
    Di 16:00 - 18:00, Mi 10:00 - 13:00, Do 17:00 - 19:00
  • Mailkontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Face-To-Face-Beratung: nach vorheriger Terminvereinbarung per Telefon oder Mail.
    Es gelten die Hygieneregeln: In der Räumen Maske tragen und Hände waschen, die Beratung selber findet mit 2m Abstand statt, deshalb ist sie auch ohne Maske möglich. Stühle etc. werden von uns desinfiziert.
    Ratsuchende müssen eine Kontaktmöglichkeit hinterlassen, damit wir Sie im Falle von Infektionen bei Tauwetter erreichen können. Diese Informationen werden nach 4 Wochen vernichtet. Auch bitten wir, uns zu informieren, falls es bei Nutzer*innen zu Infektionen kommt.
  • Es ist keine offene Erstberatung ohne Anmeldung möglich.
  • (Das Angebot der Videoberatung haben wir eingestellt.)

Wir bitten alle, die Hygieneregeln einzuhalten. Falls Tauwetter zu einem Infektionsherd werden sollte, müssen wir dicht machen und es sind nicht nur die Mitarbeiter*innen betroffen, sondern auch alle andere Nutzer*innen!

Montag, 29. Juni 2020

Studie, Presseerklärung und Stellungnahme zum Wirken Kentlers in der Jugendhilfe

Am 15.6. hat die Uni Hildesheim die aktuelle Studie zum Wirken Kentlers in der Berliner Jugendhilfe vorgestellt. Darin wurde deutlich, dass es nicht nur um einzelne Fehler einzelner Mitarbeiter*innen in einzelnen Bezirksjugendämtern geht, sondern um ein behördliches Versagen auch auf Landesebene im Jugendamt.

Die Berliner Fachrunde gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen hat in einer Stellungnahme klar gestellt, dass an eine Behörde die gleichen Anforderungen zu stellen sind, wie an jede andere Institution. Dies betrifft sowohl die Aufarbeitung, als auch die Entwicklung von Schutzkonzepten. Dazu gibt es inzwischen mehrere Beiträge (z.B. Enders & Schlingmann, 2018, oder auch Enders, 2019), was für Anforderungen daran zu stellen sind.

In einer Presseerklärung von Tauwetter heißt es: "Der Umgang der Senatsverwaltung mit den Betroffenen dieses Versagens hat schwere Verletzungen hinterlassen. Auch für diese muss vom Berliner Senat die Verantwortung übernommen werden, genauso wie für das Versagen der Jugendämter. Es ist mehr denn je geboten, dass der Berliner Senat die Betroffenen angemessen entschädigt. Es ist beschämend, dass es darum zu juristischen Streitereien kommt.“

Donnerstag, 04. Juni 2020

WDR5 Beitrag hinterfragt "Kein-Täter-werden"

Schon öfter haben wir uns kritisch zum sogenannten Präventionsprojekt "Kein Täter werden" geäußert (siehe hier). Jetzt hat der WDR einen Teil dieser Kritik aufgegriffen und darauf hingewiesen, dass der Erfolg von "Kein Täter werden" nicht belegt ist. In dem Beitrag kommen sowohl Andrej König von der FH Dortmund, als auch Till Amelung von "Kein Täter werden" und Thomas Schlingmann von Tauwetter zu Wort. Die Lobby der sich selbst als "pädophil" verharmlosenden Männer spritzt schon eifrig Gift und Galle. Eigentlich ein klares Zeichen, wessen Interessen von "Kein Täter werden" vertreten werden. Zum Beitrag des WDR5 geht es hier.

Montag, 25. Mai 2020

Neue Selbsthilfegruppe für betroffene Männer* startet voraussichtlich im Oktober 2020

Im Oktober 2020 startet bei Tauwetter eine neue Selbsthilfegruppe für Männer*, die in der Kindheit oder Jugend sexualisierte Gewalt erfahren mussten. Vorgesprächstermine können gerne ab sofort vereinbart werden. Die Gruppe ist auch offen für Menschen, die sich als Trans* definieren. Für Fragen/Infos und Termine für ein Vorgespräch sind wir unter 030-6938007 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu erreichen

Adresse

Tauwetter e.V.
Gneisenaustr. 2a  
10961 Berlin
030 - 693 80 07

Sprachwahl

Ihre Sprachauswahl

icons-sprache-smileicon gebaerdensprache

 
Cookie Hinweis

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein optimiertes Webangebot anbieten zu können. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.